Das SZ Magazin (45/207) berichtet über das "greenwashing" großer Konzerne. Darin wird auch der Protest der CBG gegen die Kooperation von BAYER mit der UN-Umweltbehörde vorgestellt (weitere Infos hierzu).
Das grüne Schmierentheater
Hält man Sie für einen Umweltsünder? Dann machen Sie es einfach wie Daimler, BP oder die Lufthansa: Verpassen Sie sich einen Öko-Anstrich. Eine Anleitung zur Grünfärberei in fünf Schritten.
Methode 1: das Aushängeschild
Schnappen Sie sich einen renommierten Partner, dessen Glanz auf Sie abstrahlt.
(...)Einen noch angeseheneren Partner fand die Bayer AG: Seit 2004 kooperiert sie mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Mit einer Million Euro im Jahr unterstützt Bayer die Jugendarbeit der Umweltbehörde, ungeachtet der Tatsache, dass der Chemie- und Pharmakonzern weiterhin Pestizide herstellt und wegen seines Engagements für gentechnisch verändertes Saatgut kritisiert wird. All das war vergessen, als die UNEP im August zu ihrer "Internationalen Jugendumweltkonferenz" einlud. Sponsor: Bayer. Ort: das Erholungsheim des Konzerns in Leverkusen. Die Bayer AG bezahlte nicht nur die komplette Veranstaltung, ihr Vorstandsvorsitzender Werner Wenning durfte auch eine Eröffnungsrede halten. Vor den Toren protestierte derweil eine Anti-Bayer-Initiative. "Lobbyisten von Bayer bekämpften in der Vergangenheit sämtliche Anstrengungen zum Umweltschutz", sagte deren Sprecher. "Die Kooperation mit einem Umweltsünder wie Bayer beschädigt die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen."
